Ant-/Arktis                              Gletscher



Pine-Island Gletscher              Antarktis

11. Oktober 2018

Blau - neuer Riss 2018  -  Rot - Abbruchkante von 2017
Blau - neuer Riss 2018 - Rot - Abbruchkante von 2017

 

Eine Zeitraffer Aufnahme einer "Kalbung" aus dem Jahr 2013. -

 

Eine gigantische Blase hat sich seit 15 Jahren angesammelt, - wenn sie sich entleert, wirkt sich das auch auf den Golfstrom aus, der vom warmen Wasser der Blase aus dem Beaufort Wirbel überlagert wird! - 

Keine guten Aussichten bei den Kapriolen, die das Wetter auch ohne das Phänomen schlägt! 

 

 

Ein Interessanter Einblick in die Antarktis und die vielen Faktoren, die dort eine Rolle in der Biosphäre spielen! -

30 km langer Riss im Pine-Island Gletscher

... Auszüge aus dem SineXX-Artikel vom 10 Oktober 2018 

Der Pine-Island-Gletscher in der Westantarktis steht vor dem Abbruch eines riesigen Eisbergs. Satellitenbilder zeigen einen großen Riss, der bereits durch drei Viertel der Gletscherzunge zieht. Setzt sich der 30 Kilometer lange Bruch fort, könnte ein Eisberg von 300 Quadratkilometern Größe vom Gletscher abbrechen. Damit würde die Eisfront des am schnellsten strömenden Gletschers der Antarktis erneut um sechs Kilometer zurückweichen.

 

Der 250 Kilometer lange Pine-Island-Gletscher ist einer der größten und schnellsten Eisströme der Antarktis. Sein Einzugsgebiet umfasst zehn Prozent des Westantarktischen Eisschilds. Doch gerade dieser Gletscher gehört zu den Eisströmen, die immer stärker abtauen – möglicherweise ist seine Schmelze sogar schon unumkehrbar, wie Forscher vor einigen Jahren berichteten. In den letzten Jahren hat das vom Gletscher in die Amundsen-See hineinreichende Schelfeis immer wieder riesige Eisberge gekalbt, zuletzt im Jahr 2017.

Jetzt bahnt sich  ein neuer Eisberg-Abbruch an, wie Stef Lhermitte, Geoforscher an der Universität Delft berichtet. In Satellitenaufnahmen des Pine-Island-Gletschers hat er vor wenigen Tagen einen bereits rund 30 Kilometer langen Riss in der Gletscherzunge entdeckt.

 

"Das deutet auf das bevorstehende Kalben eines rund 300 Quadratkilometer großen Eisbergs hin" und nur noch 10 km fehlen, dann bricht der Eisberg ab und die Eisfront des Gletscher verlagert sich weitere 5 - 6 km zurück! - Dieser Eisberg wäre damit noch größer als der des letzten Jahres. - Der Riss im Gletscher hat seinen Ursprung in der Mitte des Eisschelfs, dort, wie die schwimmende Gletscherzunge mit dem wärmeren Wasser des Südpolarmeeres in Kontakt kommt. Bereits im letzten Jahre hatten Eisforscher festgestellt, dass tiefe Gräben am Grund der Amundsen-See das Meerwasser bis weit unter die Eisdecke leiten und so wie eine Fußbodenheizung die Gletscherschmelze vorantreiben.

 

Ein weiterer Grund kann zur starken Schmelze führen: Der Beaufort Wirbel! -

Beim Beaufort-Wirbel handelt es sich um eine Region mit einer Schichtung aus kaltem und salzarmem Wasser an der Oberfläche und warmem sowie stärker salzhaltigem Wasser in größeren Tiefen. Das salzarme Wasser an der Oberfläche bildet eine Blase und fließt (wenn die Blase zu groß wird) in den nördlichen Atlantik ab. Genau das passiert üblicherweise alle fünf bis sieben Jahre. Allerdings ist eine dieser zyklischen Änderungen ausgefallen. Im Beaufort-Wirbel hat sich über 15 Jahre hinweg eine überdurchschnittlich große Menge kaltes und salzarmes Wasser angesammelt. Gleichzeitig hat sich die Menge der in den tieferen Wasserschichten gesammelten Wärmemenge verdoppelt. Das erhöht das Volumen der „Warmblase“ und steigert die Wahrscheinlichkeit, dass sich die kalte und salzarme „Wasserbeule“ in den Nordatlantik entlädt. Die „Warmwasserbeule“ hat Hochrechnungen zufolge mittlerweile ein Volumen von rund 23.000 Kubikkilometern.

 

Ei weiteres Problem das gerade in der Westantarktis aufgetreten ist, sind 91 Vulkane, von denen man bis vor kurzem nichts wusste. Wenn diese zum größten submarinen Vulkane noch aktiv sind, dann könnten auch sie eine tragende Rolle bei der Eisschmelze haben. Bei dem weltweit erhöhten Vulkanismus muss man auch mit Ausbrüchen in der Antarktis rechnen, die sich fatal auf die dortige Eissituation auswirken würden. - 

 

 



Heilheim Gletscher                  Antarktis

Der Tod eines weiteren Antarktis Gletschers und die Geburt von 3 Eisbergen

 

Ich saß auf einer Klippe über Grönlands Helheim-Gletscher und versuchte, meine Frau in New York an einem Satellitentelefon anzurufen. Bevor ich eine Nachricht hinterlassen konnte, brach eine Explosion das arktische Schweigen. - Weitere Explosionen folgten.

Ich rannte über eine schlammige Tundra zu einer Videokamera auf einem Stativ mit Blick auf den Gletscher und riss die Abdeckung herunter, mit der ich ihn geschützt hatte. Ich habe so schnell wie möglich Aufnahmen gemacht. 

Die knallenden Geräusche verwandelten sich in ein tiefes Grollen. Während der nächsten halben Stunde brach das Eis auseinander und ein vier Meilen breiter Brocken stürzte in einem Prozess na-mens Kalben ins Meer - ein Ereignis, das in dieser Größenordnung nur sehr selten beobachtet wurde.

MEHR: Feuer und Eis Mapping des Magma-Flusses zum aktivsten Vulkan der Antarktis.

Als Fotograf von Reuters habe ich ausbrechende Vulkane, die Folgen von Hurrikanen und Tornados und den Krieg erfasst, aber ich habe mich noch nie so klein gefühlt. Es war ein ergreifendes Ende eines monatelangen Projekts zur Untersuchung des Klimawandels in Grönland.

 

Die Idee war, Wissenschaftlern zu folgen, die Klimaforschung betreiben. Sie haben die Rechen-leistung, um die globale Erwärmung für nur ein paar Jahrzehnte zu verstehen, und die Zahlen sind ernüchternd. - Woher kommen die Daten?

Um dies herauszufinden, wandten wir uns einem Team von Wissenschaftlern zu, die aus Island kamen und an einem Projekt der NASA (Oceans Melting Greenland) mitwirkten. Sie versuchen zu verstehen, wie wärmere Ozeane das Eis der Insel von unten schmelzen können.

Wir verbrachten auch Zeit mit dem New Yorker Ozeanographen David Holland, der an einem separaten Forschungsprojekt teilnahm und auch das Kalben des Helheimer Gletschers miterlebte. - 

Ich erkannte das Ausmaß dieser Arbeit an Bord eines Forschungsflugzeugs der NASA mit dem Forschungsleiter Joshua Willis und anderen Wissenschaftlern in einer Höhe von 12.192 Metern, als wir auf den scheinbar unendlichen weißen Horizont der grönländischen Eiskappe schauten.

Das Flugzeug flog über die zerklüfteten Klippen und Felswänden von Ostgrönland hinweg, die langsam von riesigen Gletschern zu Staub zermahlen werden.

Ich bin im März für eine Woche im NASA-Team in Keflavik, Island, eingestiegen. Jeden Tag holte  uns ein Flugzeug von der eisigen Landebahnen ab und floge über die grönländische Küste, als die Wissenschaftler Tim Miller, Ron Müllerschoen und David Austerberry aus Radardaten über Gletscherformationen einen endlos scheinenden Strom von Zahlen, Symbolen und Buchstaben auf ihren Computern sammelten. -  Die holländischen NYUs studieren seit mehr als einem Jahrzehnt Helheim und einen weiteren Gletscher namens Jakobshavn.

Diesen Juni besuchte er den Helheim-Gletscher in der Nähe des Küstendorfes Tasiilaq mit seinen rund 2.000 Einwohnern erneut.

Im Sommer kann man mit Boot oder Helikopter aufbrechen,  im Winter mit dem  Hundeschlitten. Im Sommer geht die Sonne jeden Tag nur ein paar Stunden unter, es ist fast immer hell! -

Holland sammelte Daten über seismische Aktivität, Temperatur und Wind und erstellt  Zeitraffer-aufnahmen, mit denen er dieses einzigartige Video erschuf. -

 

Der Klimawandel ist für Journalisten und Wissenschaftler schwer zu dokumentieren. Es passiert meistens unmerklich - ein Zehntel Grad Temperaturanstieg, ein paar Zentimeter weniger Regen, eine langsam schmelzende Eisdecke. - Deshalb war es so überwältigend zu sehen, wie Milliarden Tonnen Eis einstürzten. Plötzlich fühlte es sich nicht wie ein kleines oder fernes Problem an.

 

 

23. September 2018

Der Originalbericht der Reuter Fotografen aus dem englischen übersetzt. - Ein eindrucksvolles Erlebnis hat er aus der Antarktis mitgebracht, das uns den Klimawandel begreifbar näher bringt! - Freut euch auf die einzigartigen Dokumentationen eines sterbenden Gletschers. - 

 


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